Regionale Projekte: Kooperationen in der Metropole Ruhr


Anlass für das Gemeinschaftsprojekt Konzept Ruhr war im Jahr 2007 der Beginn einer neuen EU-Förderperiode. Seither formulieren die beteiligten Kommunen gemeinsame Ziele und stimmen entsprechende Vorhaben ab. Die 2008 getroffenen Beschlüsse von Land NRW, Bund und EU zur schrittweisen Stilllegung des Steinkohlenbergbaus bestärkten diese gute Praxis und gaben Anlass zum Aufbau des Projekts Wandel als Chance. 

In der Folge haben die interkommunalen Arbeitsgemeinschaften zu Konzept Ruhr und Wandel als Chance die nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung in der Metropole Ruhr kontinuierlich mit inhaltlichen Impulsen begleitet. Dazu zählen die Formulierung übergreifender Entwicklungsperspektiven sowie die Anregung systematischer Analysen in ausgewählten Bereichen.

Hierüber sind im Wesentlichen die Bildungsregion Ruhr, das Gewerbliche Flächenmanagement Ruhr und die Grüne Infrastruktur Ruhr entstanden, die weiterhin über regionale Netzwerke getragen werden.

Label "netzwerk.ruhr". Grafik: RVR.

Ausgehend von Konzept Ruhr und Wandel als Chance ist bspw. die Idee der "Bildungsregion Ruhr" erarbeitet worden. Diese zielt darauf ab, das Thema Bildung als interdisziplinär gedachten Ansatz für die Entwicklung regionaler und interdisziplinärer Projekte im gesamten Ballungsraum zu platzieren – für den Bildungsbereich, aber auch für die Stadterneuerung und die Wirtschaftsförderung.

Als gemeinschaftliche Grundlage wurde der "Bildungsbericht Ruhr" im Auftrag des RVR – mit Unterstützung der Stiftung Mercator – durch ein wissenschaftliches Konsortium unter Federführung des Dortmunder "Instituts für Schulentwicklungsforschung (IFS)" erarbeitet und 2012 vorgestellt. Wesentlicher Bestandteil des Entstehungsprozesses war ein umfassendes Beteiligungsverfahren mit Institutionen und Personen des gesamten Bildungsspektrums in der Metropole Ruhr. 

Der Bildungsbericht Ruhr liefert eine umfassende Analyse des Bildungswesens in der Metropole Ruhr, die sich über die gesamte Bildungsbiografie erstreckt. In fünf Modulen wird eine empirisch basierte Beschreibung von Bildungsangeboten, -prozessen und -ergebnissen erstellt:

  • Frühkindliche Bildung
  • Allgemeinbildende Schulen
  • Berufliche Bildung / Fort- und Weiterbildung
  • Hochschulbildung
  • Informelles Lernen

Vor dem Hintergrund dieser Analyse werden Empfehlungen zur Optimierung der Bildungslandschaft in der Metropole Ruhr gegeben, die schrittweise von den einzelnen Kommunen, der Gemeinschaft der Städte und Kreise oder von den Städten und Kreisen im Zusammenwirken mit dem Land NRW, Unternehmen und Institutionen umsetzbar sind.

Mehr Informationen zum Bildungsbericht Ruhr finden sich hier.

Unter Federführung der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH (wmr) und mit öffentlicher Förderung wurden von 2010 bis 2015 in Zusammenarbeit mit allen Städten und Kreisen in drei Projektphasen umfassende Daten über die gewerblich-industrielle Flächennutzung, die Vermarktungsraten sowie damit verbundene Beschäftigungswirkungen erhoben und analysiert. Mit diesen Erkenntnissen aus dem "Gewerblichen Flächenmanagement Ruhr (GFM)" verfügen die Städte und Kreise über ein bundesweit einzigartiges Informationstableau zu den tatsächlichen Entwicklungen auf dem Flächenmarkt.

Die Städte Bochum, Essen und Hagen sowie die Kreise Recklinghausen, Unna und Wesel haben auf dieser Grundlage vertiefte Analysen zur gewerblich-industriellen Flächennutzung erarbeitet und deren Ergebnisse in regionale Abstimmungsprozesse eingebracht. 

Darauf aufbauend soll über die Zusammenarbeit von wmr, RVR, Kommunen und Kreisen von 2016 bis 2018 in Phase IV des GFM ein modulares Aktionspaket zur Mobilisierung gewerblich-industrieller Flächenpotenziale in der Metropole Ruhr entwickelt werden. Die Finanzierung des Projekts wird aus dem EU-geförderten Programm "Regio.NRW" sowie über Eigenmittel der wmr und des RVR erfolgen. 

Mehr Informationen zum Gewerblichen Flächenmanagement Ruhr finden sich hier.

Seit einigen Jahren weitet sich der Diskurs über die Perspektiven von Landschaftsentwicklung und nachhaltiger Stadtentwicklung zu einer Diskussion über die Entwicklung "grüner Infrastrukturen" aus. An dieser Debatte beteiligen sich neben den staatlichen Ebenen (EU, Bund, Land NRW) auch Wissenschaft, Umwelt- und Fachverbände. 

Zu den potenziellen Interventionsbereichen grüner Infrastrukturen zählen nicht nur die Schaffung von Naturräumen oder Erholungsflächen, sondern bspw. auch die Abmilderung von Folgen des Klimawandels, das Hochwassermanagement oder die Aufwertung von Wirtschaftsstandorten. Auf diese Weise zeigt sich, dass der gesellschaftliche Nutzen grüner Infrastrukturen viele Bereiche des öffentlichen Lebens beeinflusst. 

In der Metropole Ruhr arbeiten die Städte und Kreise gemeinsam mit regionalen Institutionen und Unternehmen schon lange an einem regionalen System der urbanen Landschaftsentwicklung. Über die vielfältigen, bereits realisierten Maßnahmen – auch über die Arbeitsgemeinschaften Konzept Ruhr und Wandel als Chance initiiert – ist durch gängige Arbeitspraxis ein breites Netzwerk grüner Infrastrukturen in der Region entstanden. Dieses Netzwerk basiert auf fünf Handlungsfeldern, die sich wechselseitig ergänzen und das Gesamtbild einer "Grünen Infrastruktur Ruhr" formen: 

  • Urbane Kulturlandschaft mit dem Emscher Landschaftspark als Herzstück,
  • Wasser in der Stadt mit dem Umbau des Emschersystems als Rückgrat,
  • Grüne Stadtentwicklung mit naturbasierten Lösungen in Städten und Quartieren,
  • Emissionsneutrale Mobilität mit den regionalen und kommunalen Radwegesystemen sowie
  • Nachhaltiger Klimaschutz und Steigerung der Energieeffizienz.

Mit diesem neuen Ansatz der systematischen Verknüpfung von Landschaftsentwicklung mit wasserwirtschaftlichen, mobilitätsbezogenen und klimaschutzorientierten Projekten übernimmt die Metropole Ruhr eine Schrittmacherfunktion unter den europäischen Ballungsräumen.


Über die in den interkommunalen Arbeitsgemeinschaften entwickelten Projekte hinaus arbeiten Städte, Kreise und Unternehmen an weiteren Großprojekten in der Region, die im Statusbericht 2016 dokumentiert sind. Dazu gehören insbesondere:

· die Klimaanalysen, die der RVR seinen Mitgliedern anbietet;
· der Radschnellweg Ruhr RS1, der in Zusammenarbeit des RVR mit insgesamt zehn Städten sowie dem Kreis Unna entsteht;
· der Umbau des Emschersystems, der in der Verantwortung von Emschergenossenschaft und Lippeverband liegt;
· und der Bau der Fernwärmeschiene Rhein-Ruhr zwischen Essen und Duisburg.

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Kontakt & Infos

Regionalverband Ruhr
Referat 5 - Europäische und regionale Netzwerke Ruhr
Kronprinzenstraße 35
45128 Essen
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Telefon: +49 (0) 201 / 2069-6387
Victoria Krebber
Telefon: +49 (0) 201 / 2069-248

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Stadt – KLIMA – Bildung
Statusbericht 2016 Konzept Ruhr & Wandel als Chance